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Game On - Der Einsatz ist dein Leben (eBook)

Thriller

(Autor)

eBook Download: EPUB
2022
512 Seiten
Blanvalet Verlag
978-3-641-28337-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Game On - Der Einsatz ist dein Leben - J.D. Barker
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Er will ein Spiel mit dir spielen. Und der Einsatz ist dein Leben. Genialer Nervenkitzel mit furiosem Finale!
Als Officer Cole Hundley das Gebäude des Radiosenders SiriusXM betritt, um der berüchtigten Talkshow-Moderatorin Jordan Briggs einen Strafzettel zu überbringen, ahnt er nicht, dass sein Tag eine tödliche Wendung nehmen wird. Denn als ein Fremder während der Live-Sendung anruft und ein scheinbar harmloses Entweder-oder-Spiel mit der Moderatorin spielen will, detonieren plötzlich mehrere Bomben rund um New York City. Mit einem Mal befindet sich Hundley inmitten der perfiden Mordpläne des unbekannten Anrufers. Aber wie soll man jemanden aufhalten, der offenbar jedes noch so kleine Detail eingeplant hat?

J.D. Barker hat bereits einen preisgekrönten Roman veröffentlicht, für den er hochgelobt wurde. »The Fourth Monkey: Geboren, um zu töten« ist sein erster Thriller und der Beginn einer Serie um Detective Sam Porter. Barker lebt in Englewood, Florida, und in Pittsburgh, Pennsylvania.

3


Jordan

Jordan rannte bei Rot über die 6th. Der Verkehr ging sowieso in keiner Richtung voran. Sie war auch nicht die Einzige – bestimmt ein Dutzend Leute lief mit ihr über die Straße, den Blick aufs Smartphone gesenkt. Sie selbst passte zumindest auf. Dass nichts voranging, hielt diverse Taxifahrer nicht davon ab, die Hupe gedrückt zu halten. Als müssten sie irgendeine Hupquote erfüllen. New York City ohne Hupen im Hintergrund wäre wohl nicht dasselbe; das Hupen war der Soundtrack ihres Lebens.

Sie war einen halben Block weit gekommen und hatte das SiriusXM-Gebäude fast erreicht, als ihr siedend heiß einfiel, dass sie ihr Handy im Dashboard des Wagens hatte stecken lassen. Nicht dass sie da noch etwas hätte tun können. Auch nicht gegen den Cop, der hinter ihr herlief. Sie konnte jetzt nur noch ihren Vorsprung halten.

Mit stur nach vorn gerichtetem Blick drängelte Jordan sich durch die unvermeidliche Mauer aus Touristen, die vor der 1221 Avenue of the Americas ihre obligatorischen Fotos schossen, und stürmte in die Lobby, ehe nur einer von ihnen sie erkannt hatte. Was ein Wunder war. Doch dann verstopfte eine dieser verdammten Touristen-Führungen die Sicherheitsschleuse. Echte New Yorker trugen andere Klamotten und hatten auch nicht das dringende Bedürfnis, zweitausend Fotos von einer Lobby zu schießen.

Auf der großen Uhr über den Aufzügen war es 5:59:22. Ihr blieben nicht mal mehr vierzig Sekunden.

Jordan legte die Hände an den Mund und schrie aus voller Kehle: »Ach du Scheiße, draußen auf dem Gehweg hat gerade ein Cop Howard Stern umgehauen!«

Bingo. Es funktionierte.

Die Lobby war schlagartig vergessen, die Meute machte kehrt und stürmte zum Eingang wie eine Horde Vorstadt-Hausfrauen am Black Friday bei Walmart.

Jordan wich zur Seite aus, drückte sich an ein paar Anzugträgern vorbei, die sie nicht kannte, und war an der Schleuse. »Hab’s eilig, Bobby!«

Der Securitymann riss die Augen auf, als sie durch den Metalldetektor rannte und dabei den Alarm auslöste. »Jordie, du musst …«

Den Rest hörte sie nicht mehr.

Sie schlitterte über den Marmorboden, erreichte die Fahrstühle und rief alle sechs.

Von Billy keine Spur.

Wo zum Teufel war er?

Erneut hastete sie die Fahrstuhlwand entlang und drückte sämtliche Knöpfe.

Über ihr auf der Uhr war es 6:00:02.

Scheiße.

Scheiße.

Scheiße.

Der dritte Fahrstuhl von links klingelte, und die Türen gingen auf. Eine junge Frau mit schulterlangen pinkfarbenen Haaren und Overdrive-mit-Jordan-Briggs-T-Shirt trat mit dem Gesichtsausdruck eines Rehs im Scheinwerferlicht aus der Fahrstuhlkabine. Sie hielt ein schnurloses Bose-Headset in der einen und ein Handy in der anderen Hand. Jordan hatte sie noch nie gesehen.

»Hey!«

Die Frau blickte auf, lächelte und schlenderte in aller Seelenruhe auf sie zu. Kein Grund zur Eile. War ja nicht ihr Leben, um das es hier ging. Lass dir ruhig Zeit, Schätzchen.

Verdammte Praktikanten! Stündlich schienen hier neue anzufangen, und keiner von ihnen taugte etwas.

Jordan stürmte auf die Frau zu und riss ihr das Headset aus der Hand, setzte es auf und hörte die letzten Sekunden des Jingles.

Die Praktikantin hielt das Handy hoch. »Billy meinte noch, ich soll ein Foto vom Whiteboard machen, falls Sie …«

Jordan schnappte sich das Handy, sprang in den Aufzug und drückte so fest auf den Knopf für den zweiundvierzigsten Stock, dass sie schon meinte, das Plastik knacken zu hören. Dann warf sie Pink Hair den Autoschlüssel zu. »Holen Sie meinen Wagen von der 49th, bevor ihn jemand klaut!«

Als die Fahrstuhltüren zuglitten, erhaschte sie noch einen Blick auf den Cop, der an der Sicherheitsschleuse stand und ihr nachstarrte.

Über die Musik aus dem Headset konnte sie Billys Stimme hören. »Bist du da, Jordie?«

»Oh du Kleingläubiger, bin ich je nicht zur Arbeit erschienen, Mr. Glueck?«

»Krieg dein Keuchen unter Kontrolle. Du klingst, als wärst du von einem Kampfsportler durchgevögelt worden.«

»Ich bin zwei Blocks gerannt. Und woher willst ausgerechnet du wissen, wie es klingt, wenn man durchgevögelt wird?«

»Oh, alles schon mitgemacht«, sagte Billy. »Klingt ähnlich wie das Limit meiner Kreditkarte, dann vielleicht ein bisschen Kuschelzeit, bevor die Autotür aufgeht und einer von uns aussteigen muss.«

Jordan sah auf die Stockwerkanzeige. Zwanzigster Stock … einundzwanzig. »Läuft der Countdown noch?«

»Klar«, antwortete Billy. »Aber Goldblatt will sich mit dir über deinen freien Tag morgen unterhalten.«

»Scheiß auf Jules. Der hat nichts zu melden.«

»Auf Sendung in fünf, vier, drei …«

Dann war Billys Stimme weg.

Jordan sah auf das Foto des Whiteboards auf Pink Hairs Handydisplay hinab.

Der Song war vorbei.

Sie schloss für einen Moment die Augen, holte tief durch die Nase Luft, hielt kurz den Atem an und ließ die Luft langsam und kontrolliert durch den Mund entweichen.

»Ich will, dass ihr euch eine Nummer aufschreibt«, sagte sie ruhig und gelassen in ihr Mikro. »Es ist die erste von zwei Nummern, die ich euch gebe. Ich bin heute früh einem Mann begegnet. Keinem von der Sorte, die einem Hilfe anbietet, wenn man gerade mit zig Einkaufstüten kämpft, und auch nicht jemand, der einem die Tür aufhalten würde oder der dir seine Jacke gibt, wenn dir ein bisschen kalt ist. Sondern einer, der dich anherrscht, aus dem Bild zu gehen, wenn die Sportschau läuft. Jemand, der im Bus einen fahren lässt oder sich an der Kasse ausgiebig im Schritt kratzt, damit es jeder, der das Pech hat, in der Nähe zu stehen, auch garantiert mitbekommt. Körperpflege ist ihm so vertraut wie dem Inuit eine Badehose. Mein neuer Bekannter glaubt wahrscheinlich, dass galant irgendein Verwaltungsbezirk in Jersey ist. Ja, genau so einem bin ich heute begegnet. Und als wahrhafter Vertreter seiner Spezies hat er mir netterweise seine Nummer gegeben. Ich hatte nicht darum gebeten, er hat sie von ganz allein rausgerückt. Glaubte wohl, ich würde mich bei ihm melden wollen – um ihn vielleicht besser kennenzulernen. Nennen wir ihn der Einfachheit halber Stan. Er kam eindeutig wie ein Stan rüber.«

Das Glöckchen schlug an, und die Türen gingen auf. Zweiundvierzigster Stock. Vor Jordan hing dasselbe Werbefoto wie zuvor auf der Straße am Bus – ihr eigenes Gesicht, das die halbe Wand hinter dem langen Rezeptionstresen einnahm. Sie lief nach links, in Richtung ihres Senderaums.

Auf dem Flur wichen die Leute ihr aus, mehrere nickten ihr lächelnd zu, andere sahen weg. Sie wussten genau, dass sie Jordan besser nicht ansprachen, sobald sie ihr Headset aufhatte.

»Ihr wisst, dass ich im Herzen ein Mädchen des Südens bin«, fuhr Jordan mit leicht sarkastischem Tonfall fort und überbetonte einen Akzent, den sie in Wahrheit gar nicht hatte, weil sie außerhalb von Cleveland aufgewachsen war. »Also habe ich seine Nummer mit einem Ach, was soll’s eingesteckt und den restlichen Morgen die Sekunden gezählt, bis ich ein Telefon in der Hand hätte und meinen neuen Augenstern, meinen Prince Charming, meinen Süßen anrufen würde – Stan. Als Mädchen aus dem Süden bin ich aber von Haus aus ein wenig schüchtern. Diejenigen von euch, die mir regelmäßig zuhören, glauben das vielleicht nicht – aber ich bin wirklich schüchtern. Wenn mir ein Typ seine Nummer gibt, bin ich schlagartig wieder dreizehn und tollpatschig, und meine Zahnspange blitzt, und ich hab Pickel – ihr wisst schon, das volle Programm. Und dann Gedanken wie: War es die dicke Brille oder meine unfassbar flache Brust, die seine Aufmerksamkeit geweckt hat? Oder mein Talent, im Englischunterricht Partizipialsätze falsch anzuhängen oder im Sport zwei von drei Mal den Korb nicht zu treffen? Meine Persönlichkeit war es jedenfalls nicht. Von den Jungs hat damals keiner auch nur mit mir gesprochen, sie kannten mich nicht mal, nicht wirklich. Ich war ein Schatten, ein Gespenst, die Fliege an der Wand, die sich einfach nur durchs Leben brummen wollte, ohne gleich totgeklatscht zu werden. Ich war nie das Mädchen, das die Stans wollten – damals jedenfalls nicht. Oder vielleicht doch, und ich habe die Signale nur falsch gedeutet? Keine Ahnung, schwer zu sagen. Wie die meisten Typen senden Stans nicht gerade eindeutige Signale aus. Mein Stan, dieses Bild von einem Mann, der mir heute früh begegnet ist – er hat beschlossen, sein Weg in mein Leben soll darin bestehen, dass er mich auf der 49th ziemlich fies schneidet. Nicht gerade subtiles Anbaggern – wirklich nicht. Er schießt einfach vor meinem Wagen auf die Straße und schiebt mir seinen fetten Laster direkt vor die Nase. Die Gesetze der Liebe sind für Stan eindeutig wichtiger als die Straßenverkehrsordnung. Mich in der Rushhour zu schneiden war bestimmt seine Version von An-den-Zöpfen-Ziehen oder mich beim Homecoming-Ball am Punschtisch anzurempeln – wir sind schließlich alle auf unterschiedliche Art schüchtern. Ich ziehe meinen Hut dafür, dass er zumindest versucht hat, meine Aufmerksamkeit zu erregen. Aber ich frage mich doch: War das echt das Beste, was er draufhat?«

Jordan lief um die Ecke, betrat den kleinen Pausenraum und hielt direkt auf die Kaffeemaschine zu. Sie goss sich einen Becher halb voll, stellte ihn in die Espressomaschine und fügte einen doppelten Espresso hinzu. Sie schloss die Augen, atmete den herrlichen Geruch ein, diesen himmlischen Duft des Koffeins,...

Erscheint lt. Verlag 25.7.2022
Übersetzer Leena Flegler
Sprache deutsch
Original-Titel The Caller's Game
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte 2022 • Abenteuerroman • Actionthriller • amerikanische thriller • Anrufer • blutig • Chris Carter • Das Haus der bösen Kinder • Das Mädchen im Eis • detective • eBooks • ethan cross • Fourth Monkey • Geboren, um zu töten • Gefahr • Jack Reacher • Kampf ums Überleben • Krimi • Kriminalromane • Krimis • Lee Child • Mordserie • Neuerscheinung • New York • New York Times Bestsellerautor • Pageturner • Rache • Radio • Radiomoderatorin • spannend • Spannung für Männer • Spannungsroman • Spiegel-Bestseller-Autor • Stirb Langsam • Thriller • Thriller Neuerscheinungen 2022 • tödliches Spiel • Verfolgungsjagd
ISBN-10 3-641-28337-X / 364128337X
ISBN-13 978-3-641-28337-7 / 9783641283377
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