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Tödliche Wahrheiten (eBook)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
400 Seiten
Lyx.digital (Verlag)
978-3-7363-0890-9 (ISBN)
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(CHF 7,80)
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Der schlimmste Albtraum

Drei Jahre ist es her, dass Alec McClane und Raegan Deveraux den schlimmsten Albtraum aller Eltern durchleiden mussten: Als Alec seiner einjährigen Tochter Emma nur eine Minute den Rücken zukehrte, war sie plötzlich verschwunden - und ist nie wieder aufgetaucht, und die Polizei hält sie für tot. Angesichts dieses entsetzlichen Schicksalsschlags ging auch ihrer beider Ehe in die Brüche. Als jetzt eine Vierjährige auftaucht, die auf Emmas Beschreibung passt, keimt Hoffnung auf - reißen bei Alec und Rae alte Wunden wieder auf. Aber auch längst vergessen geglaubte Gefühle kehren heimlich zurück. Als Raegan dann auch noch die Ermittlungen in die eigenen Hände nimmt, entdeckt sie schon bald ein Muster. Sind sie und Alec etwas viel Düsterem auf der Spur? Die beiden beginnen, die Wahrheit immer weiter offen zu legen - und müssen erkennen, dass sie sich gegenseitig brauchen. Mehr denn je zuvor ...

'Elisabeth Naughton erschafft Geschichten, die unwiderstehlich, spannend und definitiv unvorhersehbar sind! Ein absolutes Muss!' The Coffeeholic Bookworm

Sexy und spannend - Band 2 der Deadly-Secrets-Reihe

1


Wenn Alex McClane noch ein Herz gehabt hätte, wäre es womöglich in diesem Moment auf dem Boden zerschellt. Doch so konnte er nur daran denken, dass gleich das Herz eines anderen brechen würde. Und dass er alles noch einmal durchstehen musste.

Er saß in dem sterilen Krankenhausflur, rieb sich mit Daumen und Zeigefingern die schmerzende Stirn und wartete. Als er den Anruf erhielt, hatte er gewusst, dass die Neuigkeiten nicht gut sein würden, aber er war trotzdem gekommen. Raegan dagegen war wahrscheinlich so aufgeregt, dass sie kaum klar denken konnte. Allein das Wissen, dass gleich ihre ganze Hoffnung zerstört werden würde, verursachte ihm solche Magenkrämpfe, dass er mindestens eine ganze verdammte Woche lang damit zu kämpfen haben würde.

Mann, er brauchte seinen alten Freund Jim. Bedauerlicherweise sprachen er und Jim Beam jetzt seit fast drei Jahren nicht mehr miteinander.

Er rutschte auf dem unbequemen Stuhl hin und her, lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Eine Krankenschwester mit einem Stethoskop in der Hand eilte vorbei. Am Ende des Flurs unterhielten sich leise zwei Ärzte in weißen Kitteln und glänzenden Schuhen. Je länger er wartete, desto stärker empfand er den Druck in der Brust. Ein Druck, der in Selbstekel und Schuldgefühlen wurzelte, die nicht einmal Jim Beam hatte lindern können.

Er beugte sich wieder vor, stützte die Ellbogen auf die Knie und ballte und öffnete die Fäuste in dem schwachen Versuch, sich von seinen Gefühlen abzulenken. Er hätte Raegan anrufen sollen, sobald er das Mädchen gesehen hatte. Hätte ihr sagen sollen, dass sie nicht zu kommen brauchte. Dann würde er zumindest nicht hier sitzen und darauf warten, dass die Liebe seines Lebens durch die Tür kam, nur um sich danach noch fertiger und noch leerer zu fühlen als heute Morgen beim Aufwachen.

Verdammt, er brauchte einen Drink.

»McClane?«

Alec schaute nach links, von wo ein FBI-Agent den langen Flur entlang auf ihn zukam. In dem kantigen Gesicht des Mannes stand ein grimmiger Ausdruck. Langsam erhob Alec sich. »Hey, Bickam.«

Jack Bickam hatte Emmas Fall bearbeitet. Er war es gewesen, der ihn und Raegan angerufen hatte, als man die Vierjährige gefunden hatte, die jetzt hier in einem Zimmer lag. Der Park, in dem man sie entdeckt hatte, war nicht weit entfernt von dem, in dem Emma vor dreieinhalb Jahren verschwunden war.

Verschwunden, als Alec ihr für zwei Minuten den Rücken zugekehrt hatte, um einem Kind zu helfen, das von der Schaukel gefallen war.

Eine weitere Welle von Schuldgefühlen drehte ihm den Magen um, und Galle stieg ihm in die Kehle. Aber er schluckte kräftig und drängte beides zurück.

»Gut, dass ich Sie noch erwische«, sagte Bickam. »Haben Sie kurz Zeit?«

Alec warf einen Blick über die Schulter in die Eingangshalle des kleinen Krankenhauses. Immer noch keine Spur von Raegan. Nervosität gesellte sich zu den Schuldgefühlen, aber er konnte nicht viel dagegen tun. »Ja.« Er drehte sich wieder zu Bickam um. »Worum geht’s?«

»Tut mir leid, dass die Kleine nicht Emma war«, antwortete Bickam und strich sich die dunklen Haare aus der Stirn.

Darauf gab es keine gute Antwort, daher schob Alec die Hände in die Taschen seiner abgetragenen Jeans. »Sind Sie extra gekommen, um mir das zu sagen?«

»Nein. Ich wollte mit Ihnen über den Tipp reden, den wir wegen des Mädchens bekommen haben. Er stammte aus dem Bundesgefängnis in Santiam.«

Die Sorgen und der Stress traten in den Hintergrund. Was blieb, war ein siedender Zorn, der genauso hartnäckig war wie das Verlangen nach Alkohol. »Sind Sie sicher?«

»Ja, ich habe die Anrufdaten dreimal geprüft. Der Anruf kam mittags um halb zwei. Santiam ist eine Anstalt des offenen Vollzugs, die Straftäter wieder in die Gesellschaft eingliedert. Die Gefangenen haben von sechs bis zweiundzwanzig Uhr Zugang zu Telefonen, solange sie nicht mit einem Arbeitskommando unterwegs sind. Und Ihr Vater war bei keinem Kommando, als der Anruf getätigt wurde. Ich habe es gerade überprüft.«

Tausend Erinnerungen an eine vernachlässigte und beschissene Kindheit gingen Alec durch den Kopf. Der Mann im Gefängnis war nicht sein Vater. Väter kümmerten sich um ihre Kinder. Sie verprügelten sie nicht ständig, überließen sie nicht sich selbst oder benutzten sie als Kurier, um ihre illegalen Drogen zu transportieren. Nein, John Gilbert war nicht sein Vater. Er war einfach nur der Scheißkerl, mit dem Alec die DNA teilte.

Er war außerdem das Arschloch, das jeden Grund hatte, Alec leiden sehen zu wollen. »Ich bringe ihn um.«

»Nein, das werden Sie nicht.« Bickam versperrte Alec den Weg, bevor Alec in die Halle treten konnte. »Ich habe bereits jemanden hingeschickt, um Gilbert zu befragen.«

»Sie wissen ganz genau, dass er nicht reden wird. Wenn er von dem verschwundenen Mädchen gewusst hat, heißt das, dass er beim Verschwinden meiner Tochter die Hände im Spiel hatte.«

»Da bin ich mir nicht so sicher«, erwiderte Bickam. »Der Anrufer hat Emma ausdrücklich erwähnt. Deshalb habe ich Sie verständigt, als wir das Mädchen gefunden haben. Ich hatte auf einen Durchbruch in dem Fall gehofft, aber wenn Gilbert der Anrufer war, wie wir vermuten, dann könnte man davon ausgehen, dass er es getan hat, um Ihnen eins auszuwischen.«

»Sie meinen, um mich zu verarschen.«

»Ja, genau.« Bickam biss die Zähne zusammen. »Hören Sie, er könnte von dem verschwundenen Mädchen aus den Nachrichten erfahren haben, vielleicht hat er auch gehört, wie sich Vollzugsbeamte über den Fall unterhalten haben. Der Anrufer hat nicht den Park genannt, in dem das Mädchen aufgegriffen wurde, sondern den, in dem Emma verschwunden ist. Es könnte einfach nur Zufall sein.«

Nicht für Alec. Wenn es um John Gilbert ging, gab es keinen Zufall.

»Ich habe mir den Anruf angehört«, fuhr Bickam fort. »Für mich klang der Mann nicht wie Gilbert, aber ich weiß, dass das für Sie nichts heißen muss.«

Nein, das musste es allerdings nicht. Der Mistkerl könnte seine Stimme verstellt oder sogar einen anderen Insassen dazu überredet haben, den Anruf für ihn zu machen.

»Ich wollte nur, dass Sie es wissen«, sagte Bickam. »Wenn ich von meinen Leuten in Santiam höre, werde ich Sie informieren. Sie müssen ohnehin aufpassen. Gilbert soll nächste Woche entlassen werden. Seine sechsmonatige Haftstrafe wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen ist fast vorbei, und er hat an den Resozialisierungsmaßnahmen teilgenommen. Wenn wir ihn mit dem Anruf in Verbindung bringen können, werde ich mit der Information zum Richter gehen, aber wenn nicht, ist er bald auf freiem Fuß.«

Alec stemmte die Hände in die Hüften und kämpfte gegen die Wut an, die ihn zu verzehren drohte. Egal, was Bickam dachte, Alec wusste, dass John Gilbert seine Tochter getötet hatte. Er war der Einzige, der ein Motiv hatte, der einzige Mensch auf der Welt, der Alec leiden sehen wollte. Alecs Zeugenaussage als Junge hatte Gilbert für vierzehn Jahre hinter Gitter gebracht. Den Tag im Gerichtssaal, als Gilbert verurteilt wurde, würde er sein Lebtag nicht vergessen – Gilbert hatte am Tisch der Verteidiger gestanden und Alec mit wutentbrannten Augen über den Zuschauerraum hinweg angesehen, während man ihm Handschellen anlegte und er schrie, dass er Alec büßen lassen werde. Und Alec hatte gebüßt. Er büßte seit jenem schrecklichen Tag im Park. Gilbert war noch keinen Monat auf freiem Fuß, als Emma verschwand. Alec wusste, dass Gilbert dort gewesen war, dass er Emma aus einem sadistischen Rachedrang heraus entführt hatte, so wie er wusste, dass Gilbert sie anschließend getötet hatte. Alec hatte es nur nie beweisen können.

»Ja, okay«, antwortete er dem Beamten, während er sich einen Plan zurechtlegte, wie er die Information aus dem Hurensohn herauspressen würde. »Danke, dass Sie mir Bescheid gesagt haben.«

Bickam nickte und warf über die Schulter einen Blick in die Halle. »Noch keine Spur von Devereaux?«

Alecs Magen zog sich zusammen. Die bloße Erwähnung von Raegan brachte ihm wieder ins Bewusstsein, warum er eigentlich in diesem leeren Flur stand. »Nein. Noch nicht.«

»Okay. Also, ich bin da drüben, falls Sie mich brauchen.«

Alec murmelte: »Danke«, während Bickam bereits in die Richtung zurückkehrte, aus der er gekommen war. Aber als er sich wieder auf den Stuhl sinken ließ und sich die pochende Stirn rieb, kehrte die Angst zurück.

Lange Minuten später gingen die Automatiktüren am Ende des Flurs auf, gefolgt vom Klappern von Absätzen auf dem Fliesenboden. Alec hob den Kopf und schaute nach rechts, und als er sie sah, verschlug es ihm den Atem.

Raegan Devereaux eilte mit wehendem Trenchcoat und wippenden Locken den Flur entlang auf ihn zu. Alec erhob sich und schluckte, als sie näher kam. Er dachte daran, wie er ihr mit den Fingern durch das seidige rotbraune Haar gefahren war, die zahllosen Stunden, die er ihr die Arme um die schlanke Taille gelegt und sie festgehalten hatte, und an die Nächte, die er damit verbracht hatte, ihrem perfekten Körper zu huldigen, so wie ein Bauer einer Göttin huldigt, deren Stellung meilenweit über seiner niederen Klasse ist.

»Wo ist sie?« Hoffnung spiegelte sich tief in Raegans wiesengrünen Augen, aber ihre engelhaften Züge waren angespannt und verkrampft, und ihre weichen, rosigen Lippen bebten vor Angst, einer Angst, die sie zu überwältigen drohte.

»Sie ist es nicht.« Alec hielt Raegan an den Unterarmen fest, bevor sie an ihm vorbeilaufen konnte. Der Duft ihres Jasminparfüms...

Erscheint lt. Verlag 6.12.2018
Reihe/Serie Deadly-Secrets-Reihe
Deadly-Secrets-Reihe
Deadly-Secrets-Reihe
Übersetzer Michaela Link
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Original-Titel Gone
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 20. - 21. Jahrhundert • Alec McClane • fast burn • Geheimnisse • Karen Rose • Karin Slaughter • Liebe • Liebe / Beziehung • Liebesroman (modern) • Mord • Raegan Deveraux • Romantic Thrill • romantische Spannung • Sexy • Spannung • USA • Zeugen
ISBN-10 3-7363-0890-6 / 3736308906
ISBN-13 978-3-7363-0890-9 / 9783736308909
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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