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Haben wir noch alle Tassen im Schrank? (eBook)

Was wir über die Psyche zu wissen glauben und was wirklich stimmt
eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
224 Seiten
mvg Verlag
978-3-96121-526-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Haben wir noch alle Tassen im Schrank? -  Sabine Jürgens
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Die Psyche hat ein Imageproblem. Wenn sie auffällt, dann negativ. Freud, Platon und Co. wollen uns schon seit Jahrhunderten, ja, teilweise seit Jahrtausenden einreden, dass wir getrieben sind von niederen Motiven und wir unsere Psyche unbedingt im Zaum halten müssen, damit nicht etwa die Wollust mit uns durchgeht. Doch das ist alles Quatsch. Die Psyche ist nicht der Feind, sondern ein missverstandener Freund. Verhaltenstherapeutin Sabine Jürgens entlarvt augenzwinkernd alte Glaubenssätze und hilft dabei, die Psyche besser kennen- und verstehen zu lernen. Ein humorvoller Blick auf Psyche und Gehirn!

Sabine Jürgens ist Heilpraktikerin für Psychotherapie mit den Schwerpunkten Verhaltenstherapie, Coaching und Resilienz. Als Autorin und Co-Autorin hat sie bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht.

Sabine Jürgens ist Heilpraktikerin für Psychotherapie mit den Schwerpunkten Verhaltenstherapie, Coaching und Resilienz. Als Autorin und Co-Autorin hat sie bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht.

Wie man uns den Spaß an der Psyche verdorben hat


Erster Schritt: Vorsichtiges Rantasten. Ich höre mich um, klicke durchs weltweit gewebte Netz, sammle Informationen. Was weiß ich bereits, was gibt’s Neues? Man könnte mit Psycho-Erkenntnissen den ganzen Planeten tapezieren. Hundert Experten, tausend Meinungen. Ich filtere mal einige Infos raus.

Das sagt man so ...


»Ich bin ja eigentlich nicht so’n Psycho.«

Eröffnung einer ersten Therapiesitzung – ähnlich wie beim Schach. Ein bevorzugter Männersatz. Danach könnte man die Partie eigentlich abbrechen.

»Ach, das ist doch alles nur Psyche!«

Eher ein Frauensatz. Oft gehört in Betriebskantinen oder Teeküchen, wenn sich die Kollegin aus der Buchhaltung mal wieder krankgemeldet hat und keiner den Grund so genau kennt.

»Der ist doch voll Psycho!«

Ein kindlicher bis jugendlicher Satz, der auf Schulhöfen zu Hause ist und bekanntermaßen kein Kompliment sein soll.

»Ach, hör mir auf mit dem Psycho-Quatsch. Die soll sich nicht so anstellen!«

Ein Ü60-Satz. In dieser Zielgruppe kursieren auch noch Begriffe wie Klapse und Irrenanstalt. Und fast jeder hatte irgendeine alte Tante, die es früher mal »mit den Nerven hatte« und für einige Zeit »auf Kur« war.

Prima, ausnahmsweise scheinen sich alle mal einig zu sein, jung und alt, Männlein und Weiblein: Psyche ist Scheiße. Will man nicht, braucht kein Mensch.

Wir können ja heute über (beinahe) alles reden: Menstruationsbeschwerden, Fußpilz, Darmspiegelung. Beim Abendessen mit Freunden kommt jedes noch so unappetitliche Thema auf den Tisch. Tim war beim Urologen und Andrea hat neuerdings nachts Schweißausbrüche. Mollys Ekzem nässt immer noch und Toms eingewachsener Zehennagel eitert. Und dann kommt der Hammer: Susanne erzählt, dass sie jetzt einen Psycho-Coach hat. Betretenes Schweigen.

Beim Thema Psyche hört der Spaß auf, damit möchte keiner was zu tun haben.

Seit wann hat DIE PSYCHE eigentlich dieses beschissene Image? Oder hatte sie das immer schon? Vielleicht wissen es die meisten gar nicht, aber: DIE PSYCHE gibt es auch in gesund. Echt jetzt. Es gibt ja auch nicht nur Raucherbeine und Fettlebern. Es soll sogar Mägen ohne Geschwüre geben. Aber die Psyche existiert nur in krank oder gestört?

Fakt ist: Die deutsche Durchschnittspsyche ist eine arme Sau. Vernachlässigt, verleugnet, ungeliebt. Psyche ist immer irgendwie schwer, anstrengend, unangenehm.

Im Prinzip geht es der Psyche wie der Prostata. (Ja, krasser move, aber guter Vergleich.) Die Prostata des Mannes ist ein ganz normales Organ. Kann man googeln. Die macht einen wichtigen Job. Ohne wär doof. (Auch für uns Frauen ...) Aber alle sind unangenehm berührt, wenn über sie gesprochen wird. Ich habe keinen blassen Schimmer, warum. Weil der Arzt bei einer Prostatauntersuchung seinen Finger in den Hintern schiebt? Da kann man ja als Frau nur milde lächeln. Der Ruf der Prostata ist also ähnlich schlecht, dabei kann man sie (im Gegensatz zur Psyche) sehen und sogar anfassen. (Wer’s mag.) Bei Prostata denken auch alle immer an Krankheit. Impotenz, Inkontinenz – der ganze Horrorfilm. So geht’s der armen Psyche auch. Psyche = verrückt, gestört oder labil. Auf jeden Fall: nicht ganz dicht.

Jede ordinäre Leber hat mehr Akzeptanz in der Bevölkerung. Für sie gibt’s regelmäßig ’ne schöne Detox-Kur. Auch Därme werden gespült und von Giftstoffen befreit. Zähne lassen wir regelmäßig sogar professionell reinigen. Schultern und Rücken dürfen sich über Massagen freuen. Nur die Psyche schaut blöd aus der Wäsche. Die soll sich mal schön bedeckt halten. Dabei könnte sie eine regelmäßige Reinigung und Müllentsorgung genauso gut gebrauchen. Aber: nix. Sie macht rund um die Uhr einen Knochenjob und ohne sie wären wir komplett aufgeschmissen. Doch statt Lob und Anerkennung gibt’s ständig auf den Deckel: »Ach, das ist doch alles nur Psyche!«

Vielleicht sollten Millionen Psychen mal auf die Straße gehen. Für eine faire, bessere Behandlung. Für mehr Anerkennung und Respekt. Fridays for Psyche!

»Psychologie ist ein grauenvolles Thema«, meinte der amerikanische Philosoph und Psychologe William James (1842–1910). »Alles, was jemand wissen wollen würde, fällt nicht in diesen Rahmen.« Der Mann hat Principles of Psychology geschrieben, zwei Bände, insgesamt 1400 Seiten, zwölf Jahre lang, und er ist scheinbar an der Komplexität des Themas schier verzweifelt. Kein Wunder, dass der arme Kerl sein Leben lang unter Schlafstörungen und Depressionen litt.

»Alles, was jemand wissen wollen würde ...« Aber genau darum geht’s doch. Wir wollen eigentlich im Grunde was wissen. Zusammenhänge kapieren. Wissen wollen könnten wir auch was über Psychologie, die Seelenkunde; aber das ist ja eine Wissenschaft. Und mit so einer muss sich eigentlich keiner beschäftigen, wenn er nicht unbedingt will. Man muss ja auch nicht nach Feierabend Kardiologiebücher lesen. Aber dummerweise besitzen wir alle eine Psyche – und die funktioniert eben nicht wie Herz, Lunge und Leber weitgehend von alleine. Die braucht uns, unsere aktive Mitarbeit – und deshalb kommen wir an dem Psychoding nicht vorbei. Aber wir kapitulieren meist vor diesem grauenvollen Thema. Da stellt sich die Frage: Warum? Was ist hier eigentlich schiefgelaufen?

Der Mensch an sich ist doch nicht blöd. Wir lernen lesen, schreiben, rechnen. Biologie, Physik, Chemie und Fremdsprachen. Wir haben in grauer Vorzeit kapiert, wie man ein Faxgerät bedient, und irgendwann konnten wir Internet. Wir verstehen komplexe Zusammenhänge, denken logisch und überstehen den Tag ohne größere Katastrophen. (Die meisten jedenfalls.) Wir bringen uns alles Mögliche selbst bei: Gitarre spielen, Stricken, Origami. Wir können Lampen andübeln, schwedische Schränke aufbauen, Darmspülungen durchführen und Heilfasten. Dem Internet sei Dank. Ein Klick, und wir wissen Bescheid, machen alles selber. Nur Psyche können wir irgendwie nicht.

Sind wir zu doof oder ist die Psyche tatsächlich so schwer zu verstehen? Und ist sie wirklich das einzige menschliche Bauteil, das schon mit einem Konstruktionsfehler angeliefert wurde? Nach allem, was ich herausgefunden habe, lautet die Antwort auf diese Fragen ganz klar: Nein.

Werfen wir aber zunächst einen Blick auf den Mythos Psyche. Man hat uns viele tausend Jahre lang eine Menge wirres Zeug über sie erzählt. Was stimmt? Und was davon können wir getrost vergessen? Hier ein kurzer historischer Abriss.

»Dem haben sie doch die Seele geklaut« oder »Hat er den Verstand verloren?«


Der deutsche Begriff »Seele« hat seinen Ursprung im Mittelhochdeutschen, wo er sich angeblich von »See« ableitet. Die alten Germanen glaubten, dass Tote und Ungeborene im Wasser lebten (also: zum See gehörten). Und so ein Gewässer ist ja unergründlich ... Damit war schon mal klar: Seele = unergründlich. Ist das so? Oder ist das nur ein Gerücht, das sich bis heute hartnäckig gehalten hat?

Schon 10.000 v.Chr. befassten sich Schamanen mit der Seele. Nun könnte man sagen, dass die Erkenntnisse der damaligen Kulturen und ihre Sicht der Dinge für uns heute arg verstaubt und vielleicht auch ein bisschen schräg erscheinen. Aber: Das Thema hatten sie durchaus auf dem Schirm. Wurde ein Mensch krank, so hatte ihrer Meinung nach die Seele den Körper verlassen (oder sie war gestohlen worden). Heiler mussten sie wiederfinden und alles wurde wieder gut. Dazu brauchte man eben diese mitunter etwas sonderbar aussehenden Spezialisten. Für einen Betroffenen alleine war das wohl schwierig. (Im Prinzip waren Schamanen also die ersten Psychotherapeuten.)

Wenn heute jemand psychisch erkrankt (oder sich »seltsam« verhält), hat er nicht die Seele, sondern seinen Verstand verloren. – Sagt der Volksmund. Also scheint es da einen Zusammenhang zu geben. Irgendwas geht flöten: Man hat nicht mehr alle Tassen im Schrank oder Latten am Zaun. Und schon hier zeichnet sich ab: Seele hat offenbar in unserer Vorstellung etwas mit Mangel oder Defizit zu tun.

Eine interessante Erkenntnis kommt in diesem Zusammenhang auch von Buddha (bürgerlich Siddharta Gautama), der 528 v.Chr. seine Edlen Wahrheiten unters Volk brachte: 1. Wahrheit: Es gibt Leiden. 2. Wahrheit: Das Verlangen ist die Quelle allen Leidens. Mehr Details seiner Lehre brauchen wir an dieser Stelle nicht, wir wollen zwar Erleuchtung, aber mehr in Sachen Psyche.

Verlangen, das kennt jeder (hoffentlich), ist ein stark ausgeprägter Wunsch, ein starkes inneres Bedürfnis. Das Netz sagt: »Verlangen ist ein Erregungszustand, der dafür sorgt, dass sich die menschliche Psyche auf bestimmte Zielzustände richtet.«

(Ich will also irgendwas...

Erscheint lt. Verlag 12.4.2020
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie Lebenshilfe / Lebensführung
Schlagworte danke fürs kümmern • darm und psyche • darum kümmern • Funktionieren • fürs kümmern • Gehirn • Gehirn Anatomie • Gehirnareale • gehirn aufbau • gehirn aufbau und funktion • gehirn bereiche • gehirn doku • gehirn einteilung • gehirn entgiften • Gehirnentwicklung • gehirn funktion • gehirn geist • Gehirnhälften • gehirn info • gehirn krankheiten • gehirn lernen • gehirn mensch • gehirn organ • gehirn querschnitt • Gehirnregionen • gehirn symbol • gehirn synapsen • gehirnteile • Gehirn trainieren • gehirn umprogrammieren • Gehirn und Geist • gehirn untersuchung • gehirn von oben • gehirn von vorne • Gehirnzelle • Gehirnzellen • Geist und Gehirn • Kümmern • kümmern anderes wort • kümmern duden • Kümmernis • kümmern sich • kümmern sich um • kümmern synonym • l-carnosin psyche • Normal • normal bmi • normaler ruhepuls • Normalisierung • Normalparabel • normalverteilung tabelle • Psyche • psyche 16 • psyche 5 buchstaben • psyche & eros • psyche asteroid • psyche band • psyche beruhigen • psyche cast • Psyche Darm • psyche definition • psyche des menschen • psyche durchfall • psyche eros • psyche forum • psyche goddess • psyche goodbye horses • psyche hat doch jeder • psyche heilen • psyche herz • psyche krank • psyche krankheit • psyche probleme • psyche rückenschmerzen • psyche schmerzen • psyche seele • psyche serie • psyche sprüche • Psyche stärken • psyche synonym • psyche tattoo • psyche test • psyche übelkeit • psyche und blutdruck • psyche und darm • psyche und gewicht • Psyche und Haut • Psyche und Krebs • psyche und magen • psyche und physe • psyche und rückenschmerzen • psyche und schilddrüse • psyche und schmerzen • psyche wenn alles zuviel wird • psyche zeitschrift • psych k • psych k techniques • psych k workshop • Psychotherapie • Verrückt • verrückte • verrückte Fakten • verrückte fragen • verrückte geschenke • verrückten • verrückte socken • verrückte videos • verrückte vögel • verrückt na und • verrückt schön • verrückt sein • verrückt sprüche • verrückt synonym • verrückt tv • wir kümmern uns darum
ISBN-10 3-96121-526-X / 396121526X
ISBN-13 978-3-96121-526-3 / 9783961215263
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