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Die Entdeckung des Glücks und der Dunkelheit (eBook)

Ein blauer Roman 1/3 - Emotional fesselnde Coming-of Age Romance
eBook Download: EPUB
2024 | 2. Auflage
164 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-9072-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Entdeckung des Glücks und der Dunkelheit - Charlie von Hanstein
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Der Auftakt der New-Adult-Trilogie: Eine poetische Liebesgeschichte zwischen "Love at First Sight" und "Coming of Age". Boy ist kein klassischer Held - er ist ein Suchender, zerrissen zwischen Hoffnung und der Härte der modernen Welt. Als er am Wannsee Anna zum ersten Mal sieht, ist er sofort fasziniert: Sie raucht, als ob sie mit jedem Atemzug die Welt verändern könnte. Diese Begegnung wird zum Beginn einer emotionalen Achterbahnfahrt, die Boy aus seiner Komfortzone reißt und ihn mit der Intensität der ersten Liebe konfrontiert. Doch die Verbindung zwischen Anna und Boy steht unter keinem guten Stern. Zwischen Missverständnissen, Verletzlichkeit und den Schatten der Vergangenheit müssen beide herausfinden, ob ihre Liebe stark genug ist, um die Hindernisse zu überwinden. Für Fans von poetischen Liebesgeschichten, bei denen die Tiefe der Gefühle im Fokus steht, und Leser*innen, die in die facettenreiche Welt einer großen Jugendliebe und des Erwachsenwerdens eintauchen möchten. Eine berührende Geschichte über Selbstfindung, Schicksal und die Kraft der ersten Liebe - mit all ihren Höhen und Tiefen.

Charlie von Hanstein, 1994 in Berlin geboren, jobbte neben der Abendschule in einer Bäckerei. Jetzt studiert er Jura, Wirtschaft und Philosophie in Berlin und Leipzig.

DAS BLAUE NOTIZBUCH


Vor der Wahrheit floh ich hinab die Tage, hinab die Nächte. Vor ihr floh ich hinab all die Jahre. Tief in den labyrinthischen Schächten meines Herzens hielt ich sie versteckt, fernab der Angst und meiner Welt. Was war das für eine Zeit, in der wir lebten? Es herrschte das Chaos der Gegensätze in unserer Zeit.

Für manche war es die Zeit ihres Lebens, für andere brachte sie den Tod. Es gab diejenigen, die vor lauter Geld und Freiheit nicht wussten, wohin damit, während andere sich in durchnässten Kartons unter Brücken verbargen. Während die Menschen in Berlin tanzten, zitterten sie andernorts in Bunkern und unter Küchentischen. Wir hier, hatten das Glück verschont zu sein. Wenn dieses aussetzt sind wir verloren.

Was war das für eine Zeit, in der wir lebten? Es war eine Zeit der lauten Leute, sodass der Rest lieber leise blieb. Für mich, nur für mich, war es die dunkelste und die beste Zeit.

Momentan liege ich im Krankenhaus und mache gerade eine echt beschissene Zeit durch. Allerdings hatte ich davor die warme Berührung des Glücks gespürt. Ein Sommer war zu Ende gegangen, wie ihn die meisten von uns vielleicht nur ein einziges Mal erleben. Ein Sommer, der die Kraft hat, so ist es mir nach der Zeit hier schon bewusst, über ein ganzes Leben zu strahlen. Ich richte die Eintragungen an einen Freund, in einer Zeit, in der mir kein Freund und keine Freundin mehr geblieben ist.

5. April 2024


Heute war der erste wirklich warme Tag des Jahres.

Es ist jedes Jahr dasselbe. Der erste sommerliche Tag ist von einer geheimnisvollen Erregung erfüllt, welche die Hoffnung nährt, es würde ein Sommer heraufbeschworen, der sich in unseren Herzen festbrennt und unser weiteres Leben bestimmen wird. Manche Beschwörungen halten dem Erwartungsdruck natürlich nicht stand, andere schon.

Nach den Dürrejahren unter Corona und dem anderen Scheiß empfanden wir immer noch den inneren Druck, das Verpasste nachzuholen. Für mich deutete sich schon am ersten Tag an, dass die Warteschleife meiner Erwartungen jetzt endlich erfüllt wird.

Jew, Erik und Timm holten mich ab, um zum See zu fahren. Das waren meine Freunde, und nebenbei zogen wir täglich gemeinsam einen durch. Im Normalfall waren wir auf unsere Fahrräder oder die Öffis angewiesen. An jenem Tag aber konnten wir im Auto von Eriks Cousin mitfahren.

Alle Fenster waren geöffnet, und die warme Luft umhüllte mich, als wäre ich in einer Blase oder so etwas. Wir redeten nicht, waren zusammen allein.

Aus den kratzigen Boxen des alten Volvos tönte eine ruppige Gitarre. Wahrscheinlich ein altes Lied, vielleicht aus den Achtzigern, das ich noch nie gehört hatte. Es erreichte mich in meiner Blase: „Ankunft im Labyrinth einer Stadt in der Nacht- und die Hoffnung verfliegt auf ein bisschen schlafsehnsuchtsvoll irrt mein Blick übern Platz- und er streift jenes Schild, das da lügt von Geborgenheit“, raunte es mir entgegen, ohne eine Reaktion zu erwarten. Ich ließ mich in den Sitz rutschen, atmete aus und streckte meinen Arm aus dem Fenster, ließ meine Hand im Fahrtwind auf und ab fliegen.

Die frischen Blätter der Pappeln am Straßenrand flimmerten, von Licht durchstrahlt. Sie wogten zuckend im Wind, wie viele tausend Tänzerinnen und Tänzer in goldenen Kostümen. Man muss sie nur anschauen, und dann tanzen sie für dich, selbst hier, irgendwo zwischen Berlin und Vegas, kurz vor der ostdeutschen Provinz. In einem Gefühl leiser Euphorie und von einem Hauch der Lächerlichkeit berührt, griff ich nach der weichen, fleischigen Luft, als würden wir gleich Liebe machen. Zufrieden und entspannt blickte ich dann doch sicherheitshalber zu Timm, der es mir wohlgefällig gleichtat. Wir lachten und verloren kein Wort.

Am Wannsee tummelten sich, obwohl es erst Anfang April war und die Sonne nun schon hinter den Wipfeln der großen Trauerweiden verschwunden war, noch verdammt viele Menschen. Ungefähr so viele, wie ich es mir am Ballermann oder irgend so einer Urlaubshölle vorstellte. Wir hatten mit ein paar Hippies gerechnet, die eh das ganze Jahr baden gehen. Aber Anscheinend hatten alle möglichen Leute diesen ersten heißen Tag herbeigesehnt. Der lange Steg war demnach auch schwer umkämpft.

Der muskelbepackte Schmidt flanierte fürstlich, wie ein junger Lord über den Steg. Ich verabscheute ihn.

Vielleicht hasste ich ihn sogar. Ich weiß, Hass ist ein starkes Wort, aber wenn ich dem jemals nahegekommen bin, ich meine jemanden wirklich zu hassen, dann in der Personifikation dieses unbesiegbaren Panzers. Er war eine Klasse über uns, im Abschlussjahr. Dieser Schweinearsch hatte wirklich keine Gelegenheit ausgelassen Jew und mich zu schikanieren. Auf dem Schulhof hatte er uns schon ein Dutzend Mal angerotzt und ich konnte mich an diese miesen Feindseligkeiten nicht gewöhnen. Glaubhaft hatte er allen Leuten vermittelt, dass er uns einmal am Teufelssee dabei erwischt hatte, wie wir uns „gegenseitig in den Arsch fickten“.

Keine Ahnung, ob es in anderen Schulen besser lief.

Aber uns machte diese kleine Geschichte zu ziemlichen Einzelgängern. Nur die absoluten Loser gaben sich mit uns ab. Wir waren die Oberloser. Die Könige der Losergang.

An jenem Tag am See beobachtete ich, wie das alte Sackgesicht Schmidt selbstverliebt herumtorkelte.

Mein Herz pochte wie wild, so sehr wollte ich ihm etwas Schlechtes. Diese Gedanken verzerrten den Tag, und ein milchiger Filter der Bitterkeit schob sich über das goldene Licht der Sonne. Irgendwann dann ergriffen wir –also nur Jew, Erik und ich- die Gelegenheit, als Schmidt und seine Crew gerade nicht da waren, über den langen Steg hinweg, zum Sprungturm zu gelangen. So weit kamen wir nicht.

Irgendwie musste Schmidt uns vom Wasser aus gesehen haben. Er kletterte vor uns auf den Steg und schnitt uns fies grinsend den Weg ab. Ich würde nicht weichen! Dieses Mal nicht!

Ich ging ganz hinten. Erik schlug zuerst auf der Wasseroberfläche auf, nachdem er durch eine geschickte Beingrätsche Schmidt ins Wanken gebracht hatte. Doch diese viehische, muskulöse Kampfmaschine des Leids katapultierte Erik aus dem Wanken heraus, in einem zwei Meter Wurfradius, direkt ins Wasser.

Bezüglich Jews Mut hatte ich keinen Hauch eines Zweifels. Außerdem hatte er Schmidt etwas entgegenzusetzten, denn er pumpte zu Hause immer mit den Hanteln und das sah man ihm auch an. Er folgte Erik jedoch fast von allein ins Wasser.

Anscheinend war er nicht in Kampfeslaune. Wie auch immer, bei mir jedenfalls lag die Sache anders.

Ich würde dieses Mal wirklich nicht weichen! Nein!

Ich musste mich beruhigen! Selbst jetzt noch muss ich mich beruhigen, da ich aus einiger Distanz es bloß in meinen Kopf zurückrufe, es dir aufschreibe, muss ich rational sein, mir selbst sagen oder es mir auch nur einreden, dass ich ihn nicht hasse.

„Scheiß auf Rache!“ sagte ich bereits auf diesem Steg leise zu mir selbst. Rache war etwas für egoistische Vollidioten, welche nur ihr eigenes und selbst erlebtes Leid blicken. So wollte ich nie sein, auch wenn es ab und an der Fall war, dass ich mich wie ein egoistischer, selbstmitleidiger Idiot benahm. Beherrschen aber, sollte dieses Selbstmitleid mich nicht!

Ich wollte ihm nicht wehtun, wie er mir und vielen anderen wehgetan hatte. Ich wollte diesen Penner einfach anschreien, dass er sein Maul zu halten hat.

Dass er verdammt kein Recht dazu hat, andere Menschen derart zu behandeln. Egal, wie verseucht sein eigenes kleines Leben ist. Er hatte kein Recht andere Menschen so verächtlich und angewidert anzusehen. Ich wollte, dass er uns in Ruhe lässt und ich wollte mich stark fühlen. Viel stärker noch, als dieser Brocken Mensch, sich je fühlen würde. Aber wie konnte ich das anstellen?

Gefangen, in der Gedankenwelt dieser Selbstrechtfertigung, stand ich nun völlig verträumt vor diesem zähnefletschenden Biest. Mit etwas Glück kam ich zu mir, während er noch seinen vor Selbstbewusstsein nur so strotzenden Kampfesprolog hielt. Doch eigentlich hatte diese Situation noch weniger als „Etwas“ von dem zu bieten, was herkömmlich leichtfertig als Glück betitelt wird.

Richtig wach wurde ich mit den Worten aus Schmidts Mund: „Ey, du kleine dreckige Schwuchtel!

Komm du mir nicht zu nahe mit deinen Schwulettenhänden. Habt ihr euch heute in der Umkleide wieder schön die Digs geblowed?“ Im Hintergrund brauste das Lachen der Typen und Mädels, die für gewöhnlich mit Schmidt abhingen.

Sie kläfften wie kleine Teufel. In diesem Moment verlor ich jede Beherrschung, die mir noch geblieben war. Verunsichert und überfordert stand ich regungslos da. Nichts verließ meinen Mund. Nichts wollte ich mehr, als ihm etwas entgegnen, aber meine Worte waren zu schwach und keine Ahnung warum, aber ich lächelte ihn an verdammt.

„Hähähä-hä, lach noch so dumm, du dumme Schwuchtel, bist du komplett bescheuert!“, erwiderte er. Mein Kopf schmerzte. Unwillkürlich verschwamm mir die Sicht und ich wendete meinen Blick ab. Die Jungs hinter Schmidt guckten angewidert. An einem der Gesichter blieb ich kurz haften,...

Erscheint lt. Verlag 27.11.2024
Reihe/Serie Die Entdeckung des Glücks und der Dunkelheit
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Belletristik für Jugendliche • berührender Liebesroman deutsch • Bücher für junge Erwachsene ab 16 • Bücher für junge Erwachsene über Selbstwert • Coming of Age • Coming of Age Roman für junge Erwachsene • den eigenen Mut finden • emotionale Zerrissenheit • Erfahrung Jugendliche Tod • erste Liebe first love Jugendbuch Reihe • erste Sexualität • Erwachsenwerden einfühlsamer Roman • Freundschaft und Liebe • Jugendroman • junge Liebe mit Hindernissen • Liebesgeschichten für Jugendliche • Liebesgeschichte Schicksal • Liebesroman • Liebesroman deutsch • literarische New Adult Romance • Love at first sight Liebe auf den ersten Blick • Neubeginn Neuanfang Wendepunkt • New Adult • New-Adult-Romance • new adult romance deutsch • New Adult Serie Trilogie • romantische Jugendliebe Buch • Romanze Selbstfindung • Schwierige Themen für Jugendliche • Strangers to Lovers Berlin • Trilogie • Verlieben & Verliebte • Weltschmerz Jugendbuch • zeitgenössische New Adult Romance
ISBN-10 3-7693-9072-5 / 3769390725
ISBN-13 978-3-7693-9072-8 / 9783769390728
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