Flakka-Cannibals (eBook)
282 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-384-22100-1 (ISBN)
In Deutschland hat sich 2030 eine Droge namens Flakka so verbreitet, dass fast kein Tag vergeht, an dem nicht ein Drogenabhängiger nach dem Konsum dieser Droge Amok läuft. Die Dealer sind schwierig zu ermitteln und finden immer wieder neue Wege, den Stoff zu verkaufen. Die Bevölkerung ist zu wenig darüber informiert, was diese Teufelsdroge alles anrichten kann.
Wie alles begann.
Ein älteres Ehepaar besitzt außerhalb von Berlin einen wunderschönen, freistehenden Bungalow mit zwei Etagen. Sie sind erst vor wenigen Monaten in den Ruhestand gegangen und genießen jetzt ihr Leben. Die Familie hat aber ein dunkles Geheimnis, von dem niemand etwas weiß, und das ihr zum Verhängnis wird.
Ihr Sohn ist seit Jahren drogenabhängig und lebt auf der Straße. Die Nachbarn und Freunde wissen das nicht. Die Rentner erzählen immer, dass ihr Junior nach dem Studium in die USA ausgewandert sei. Er arbeite dort erfolgreich als Fotograf.
In Wirklichkeit hat er keine abgeschlossene Berufsausbildung und stattet seinen Eltern von Zeit zu Zeit einen Besuch ab. Dann erhält er eine warme Mahlzeit und ein paar Euro von ihnen. Die Nachbarn glauben, dass der junge Mann ein Neffe der Rentner ist, um den das Ehepaar sich gelegentlich kümmert. Die Eheleute verleugnen ihren eigenen Sohn, weil es ihnen peinlich ist, dass er vor Jahren abgerutscht ist und drogenabhängig wurde. Timo ist durch seine jahrelange Drogensucht so heruntergekommen und gealtert, dass ihn niemand erkennt. Bevor der Junkie den Bungalow verlassen darf, muss er immer warten, bis es draußen dunkel geworden ist. Das ist die Bedingung, die seine Eltern ihm für die Erlaubnis, sie besuchen zu dürfen, stellten. Sie wollen nicht Gefahr laufen, dass er öfters bei ihnen gesehen wird und ihn jemand erkennen und dem Ehepaar unangenehme Fragen stellen könnte.
Flakka, in der Bundesrepublik auch als 'Flex' bekannt, macht seit Jahren Schlagzeilen in Deutschland. Timo konsumiert die Droge nicht, obwohl er einige Junkies aus der Szene kennt, die das tun. Er weiß, dass diese Plastikdroge schnell abhängig macht. Sie ist gefährlich, und sie zerstört Menschen binnen kurzer Zeit geistig und körperlich.
Auf die Republik verteilt sitzen 2030 die Dealer in zahlreichen Städten in ihren Wohnungen und stellen die synthetische Droge her. Sie versorgen die Junkies jetzt in Berlin regelmäßig mit Flakka. Warum breitete sich diese Teufelsdroge in der BRD massiv aus? In den frühen 2010er Jahren wurde ein Heroin-Ring zerschlagen. Nach dem Ereignis sahen sich die Dealer nach kostengünstigen Varianten um und wurden auf Flakka aufmerksam. Ein Gramm des Stoffes kostet Drogenabhängige weniger als zehn Euro. Für eine Konsumeinheit wird aber lediglich 0,05 g MDPV1 benötigt. Die Junkies spritzen, rauchen oder schniefen es. In Deutschland ist Flakka verboten. Seit 2023 ist es wieder vermehrt in Umlauf.
Im Jahr 2030 ist es in der Bundesrepublik in vielen Städten weit verbreitet. Der Anteil von Flakka an allen gehandelten Drogen nimmt ein ungeahntes Ausmaß an.
Timo hat sich vorgenommen, es niemals zu kaufen. Er weiß, dass Flex regelrechte Kannibalen aus Menschen macht. Er lässt lieber die Finger von dem gefährlichen Stoff. Er will keine Wahnvorstellungen, paranoide Schübe oder Panikattacken durch Flex bekommen. Ein vernünftiger und ratsamer Vorsatz, den Timo eines Tages über Bord wirft.
Seit Corona wurde es für ihn auf der Straße schwieriger mit dem Schnorren. Das änderte sich nach der Pandemie nicht. Seine Eltern sind seit geraumer Zeit nicht mehr bereit, ihm Geld für Drogen zu geben. Ihr Sohn ist inzwischen vierzig Jahre alt, und sie finden, dass es an der Zeit ist, dass Timo anfängt, etwas in seinem Leben zu ändern. Sie verlangen von ihm, dass er einen Entzug macht. Das ist nicht in Timos Interesse. Er kann nicht ohne seine Drogen durch den Alltag kommen. Er hat nicht vor, sich in eine Entzugsklinik zu begeben. Das sagt er aber seinen Eltern nicht. Er bittet sie, nachdem er auf der Straße kaum noch Geld schnorren kann, ein paar Tage bei ihnen unterkommen zu dürfen. Timo lügt seiner Mutter vor, zeitnah einen Entzug zu beginnen, wenn er wieder in sein Elternhaus zurückkommen darf. Seine Eltern stimmen schweren Herzens und mit großem Zweifel Timos Einzug zu. Sie geben ihrem Sohn zehn Euro pro Tag, die er sich gut einteilen soll. Die Summe ist für Zigaretten, Kaugummi und Kaffee vorgesehen. Etwas anderes darf Timo sich von dem Geld nicht besorgen. So ist es mit seinen Eltern vereinbart. Der Betrag sei nicht für den Kauf von Drogen gedacht. Tue er es trotzdem, müsse er sein Elternhaus wieder verlassen, ermahnen sie ihren Sohn. Timo stimmt der Bedingung zu. Das ältere Paar hofft, dass ihr Kind diesmal den Absprung schafft. Ihre Gefühle sind ein Mix aus Elternliebe und verzweifelter Hoffnung.
Timo nimmt das Geld und macht sich trotz seines Versprechens wenige Tage nach seinem Einzug auf den Weg zu seinem Drogendealer. Er versucht, mit ihm zu verhandeln, da er weiterhin sein Heroin bekommen will. Der Dealer lehnt ab und bietet dem Junkie an, dass er ihm für die paar Euro lediglich 'Badesalz' anbieten könne. Flex wird in der Szene als 'Badesalz' bezeichnet. Baden kann man darin jedoch nicht ... Damit müsse er sich dann eben begnügen, meint der Dealer. Timo will das Teufelszeug nicht konsumieren, aber was soll er machen? Etwas anderes kann er sich derzeit nicht leisten. Er zögert einen Augenblick, überlegt, kauft es und zieht frustriert von dannen.
Als er zu Hause zur Tür hereinkommt, sitzen seine Eltern vor dem Fernseher und schauen 'Tatort'. Dass sie in wenigen Stunden tot sein werden, können sie nicht wissen.
Timo geht auf Zehenspitzen in sein Zimmer. Er hat keine Lust, sich zu rechtfertigen, wo er jetzt herkommt. Er hat Suchtdruck und kämpft mit Entzugserscheinungen. Er braucht dringend Stoff und zweifelt, ob er das Flakka rauchen soll.
Timo wartet ein paar Stunden ab. Er hadert mit sich. Mitten in der Nacht hält er es dann nicht mehr aus. Die Sucht gewinnt Oberhand. Er steht auf und legt kleine Splitter der Droge in seinen Tabak, als er sich die Zigarette dreht. Es stinkt, dieses Flakka, grübelt er. Das Zeug riecht wie alte, gebrauchte Socken, findet der Junkie und grinst vor sich hin. Er nimmt erneut einen Zug und noch einen. Das Lachen wird ihm aber schon bald vergehen. Die Wirkung von Flakka entfaltet sich und wird jetzt zu seinem Höllentrip.
Er liegt wenige Minuten später im Rausch auf seinem Bett und wälzt sich auf seiner Matratze. Seine Eltern bekommen das nicht mit, da sie schon vor einer Stunde nach oben gingen, um sich schlafen zu legen. Timo kämpft mit Wahnvorstellungen und ist nach der Einnahme von Flakka in seiner eigenen Welt gefangen. Er ist hellwach und unruhig. Er schwitzt und hat Herzrasen. Ihm ist sehr warm. In seiner Vorstellung ist er auf einem Schiff. Das Boot droht zu sinken, und er kommt nicht weg. Seine Eltern lachen ihren Sohn aus und versperren ihm den Weg, als Timo ins Meer springen möchte. Er soll nach dem Willen seiner Eltern ertrinken? Das Wasser steigt im sinkenden Schiff. Er will nicht sterben! Warum lassen ihn seine Eltern nicht aus dem Boot? Warum soll ihr einziger Sohn ertrinken? Der Junkie versteht es nicht. In seinem Wahn schlägt er mit den Fäusten immer wieder auf seine Bettdecke. Dann dreht er sich vom Bett weg und versucht, die Zimmerwand hochzulaufen. Er halluziniert, dass das Wasser ihn jeden Moment erreichen und dass er ertrinken wird. Er krallt seine Hände an der Tapete fest und ist damit beschäftigt, Halt zu bekommen, um die Wand hochkrabbeln zu können. Er legt sich auf den Fußboden und beginnt mit Schwimmbewegungen. Er glaubt sich im Wasser und will dem drohenden Ertrinkungstod davonschwimmen. Er streckt den Kopf empor, damit er sich nicht verschluckt und ertrinkt. Dann findet er in seinen Wahnvorstellungen doch einen Weg, an seinen Eltern vorbeizukommen. Die lachen ihn nur aus! Timo öffnet seine Zimmertür und rennt hinunter in die Küche. Für ihn ist es die Kombüse, die noch nicht unter Wasser steht. Er hat jeglichen Realitätsbezug verloren.
Seine Eltern schlafen zu diesem Zeitpunkt tief und fest. Als der Junkie barfuß auf dem Holzboden der Küche steht, sieht er plötzlich Wasser, das unter der Tür eindringt. Die Kombüse droht zu überfluten! Er verfällt in Panik, nimmt Geschirrtücher, um den Türspalt abzudecken, damit das Wasser nicht mehr eindringen kann. Es ist vergebens. Timo greift in seinem Wahn nach allem, was er finden kann, um zu verhindern, dass das Wasser in die Küche eindringt. Seine Eltern sitzen in Timos Phantasie am Küchentisch und lachen ihren Sohn aus. Sie freut es, dass er ertrinken wird. Seine Bemühungen sind umsonst. Das Wasser läuft unter der Tür hindurch, und die Kombüse steht für Timo zur Hälfte unter Wasser. Der Tisch und die Stühle schwimmen bereits. Seine Eltern sitzen immer noch ruhig auf ihren Hinterteilen und lachen ihren Sohn aus, obwohl sie längst ertrunken sein müssten. Der Süchtige bildet sich ein, dass das Wasser den beiden nichts anhaben kann. Nur er soll ertrinken? Er muss jetzt einen Weg finden, um zu überleben. Und das wird er nur, wenn er seinen Eltern entkommt. Da ist er ganz sicher. Timo schnappt sich das große Küchenmesser aus dem Messerblock und rennt aus der Küche. Er ist jetzt im Gang des Schiffes und sucht nach einem Weg aus dem sinkenden Boot. Er läuft hoch ins Schlafzimmer. Nein! Schon wieder stellen sich seine Eltern ihm in den Weg! Sie waren doch gerade noch in der Kombüse. Der Junkie verzweifelt. Er muss sie ausschalten, sonst wird er im Boot ertrinken!
Timo stellt sich vor das Bett und sieht seine Mutter an. Seine...
Erscheint lt. Verlag | 7.5.2024 |
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Verlagsort | Ahrensburg |
Sprache | deutsch |
Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
Literatur ► Krimi / Thriller / Horror | |
Schlagworte | Berlin • Bundeskanzler • Bürgerwehr • Drogenabhängige • Drogenpolitik • Drogenproblem • Flakka • Flex • Innensenator • Junkie • Justiz • Kannibalen • Notwehr • Psychose • Regierender Bürgermeister • Schutzgewahrsam • Süchtige • synthetische Drogen • Wahnvorstellungen • Wohnviertel |
ISBN-10 | 3-384-22100-1 / 3384221001 |
ISBN-13 | 978-3-384-22100-1 / 9783384221001 |
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