Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de
Patrouillenschiff P-47: Auf der Spur der Colloniden - Kurt Thomas

Patrouillenschiff P-47: Auf der Spur der Colloniden (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2022
650 Seiten
mainebook Verlag
978-3-948987-77-0 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
5,99 inkl. MwSt
(CHF 5,85)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
P-47 fliegt wieder durch die Weiten des Weltraums! Captain Aki Baku startet zu einer neuen Mission. Zusammen mit der tapferen Besatzung des Patrouillenschiffs P-47 sucht er nach dem Ur-Stamm der Menschheit, den sagenhaften Colloniden. Während ihrer Reise zwischen den Sternen begegnen Aki und seine Freunde einem alten Feind, finden unerwartete Verbündete und kommen einem lange gehüteten Geheimnis auf die Spur. Acht aufregende Abenteuer in einem Band! 744 Seiten Sci-Fi (in den Taschenbuchausgabe)! Weitere Bücher aus der Reihe: »Patrouillenschiff P-47« (in 3 E-Books mit je zwei Teilen) »Ca-Daan - Das Gesetz der Galaxis«

Kurt Thomas ist das Pseudonym des Frankfurter Journalisten und Autors Marc Rybicki. Unter dem Künstlernamen Martin Olden veröffentlichte er bereits zahlreiche Krimis.

Kurt Thomas ist das Pseudonym des Frankfurter Journalisten und Autors Marc Rybicki. Unter dem Künstlernamen Martin Olden veröffentlichte er bereits zahlreiche Krimis.

SABOTEURE


1


Im Norden von Yama


Der Androidin war ein Fehler unterlaufen. Nach Sonnenuntergang hätte sie in Dazia bleiben sollen. In der Stadt überwachten die Sicherheitskräfte der Vereinigten Allianzen die beleuchteten Straßen und Boulevards. Hier draußen, auf den hügeligen Feldern, gab es für die Maschinenfrau keinen Schutz.

Gut für uns, dachte ein maskierter Mann, der auf einer Anhöhe im Hinterhalt lag und die Androidin durch sein Nachtsichtgerät beobachtete. Bei ihm befanden sich sieben weitere Männer, deren Gesichter unter den Visieren silberner Helme verborgen waren, auf denen sich das Licht des heraufgezogenen Vollmonds spiegelte. An ihren gepanzerten Kampfanzügen hingen purpurfarbene Umhänge bestickt mit dem Bild eines Flammenschwerts. Das Symbol der Ritter der Reinheit, ein im Norden Yamas gefürchteter Geheimbund. Sein Ziel war es, durch Anschläge auf die Androiden und deren Freunde für Unruhe unter der Bevölkerung zu sorgen, um letztendlich die neue Regierung zu stürzen. Der Adel sollte wieder die Geschicke des Planeten bestimmen, kein vom Volk gewähltes Parlament mit einem Obersten Sprecher namens Abas Yuri an der Spitze, der alle Androiden vom Sklavendienst befreit hatte und ihnen nun auch noch volle Bürgerrechte einräumen wollte.

Wo kämen wir da hin, wenn Maschinen die gleichen Rechte hätten wie Menschen, überlegte der Ritter mit dem Nachtsichtgerät und blickte noch einmal hindurch, um sicherzugehen, keine echte Frau vor sich zu haben. Nein, es bestand kein Zweifel. Auch wenn diese Androidin eine Langhaarperücke trug, mit der sie ihre fabrikmäßige Glatze tarnte, entlarvte sie die allzu perfekte Körperhaltung als eine künstliche Kreatur.

»Aufsitzen!«, befahl er seinem Stoßtrupp mit einer dumpfen, verstellten Stimme. Die Männer schwangen sich auf ihre S-Jets. Die schwebenden Solarfahrzeuge hatten die Form von Tortenstücken und bestanden nur aus einer Lenkstange, einem Trittbrett für die Füße und einem kleinen Motorblock. Wenn man sie am Tag unter der gleißenden Sonne auflud, konnten die S-Jets auch bei Nacht Höchstgeschwindigkeit erreichen. Die Motorbatterien surrten leise, als die Ritter der Reinheit ihrem Opfer entgegen flogen. Hass pulsierte durch die Adern des Anführers. Der Hass auf jede Lebensform, die nicht seinen Vorstellungen entsprach.

Die Ritter hoben sich wie Raubvögel gegen den Sternenhimmel ab, während sie über das baumlose Tiefland mit seinen begrünten Tälern hinweg rauschten. Die Maschine, auf die sie es abgesehen hatten, war ein Modell der Akpa-Serie. Die Buchstaben standen für Alten- und Krankenpflege-Androidin. Seit dem Ende des Bürgerkrieges hatten einige von ihnen den Dienst quittiert und demonstrierten für eine freie Berufswahl. Mit der Begründung, die Menschen sollten lernen, sich wieder selbst umeinander zu kümmern. Diese Unverschämtheit würden die Ritter der Reinheit nicht tatenlos hinnehmen.

»Schnappen wir sie uns!«, bellte der Anführer und hakte eine Elektropeitsche von seinem Gürtel. Die Sensoren der Akpa mussten die Angreifer registriert und die Gefahr erkannt haben, denn sie rannte davon. Trotz ihrer übermenschlichen Schnelligkeit war sie chancenlos gegen das Tempo der S-Jets. Die Ritter holten die Maschinenfrau ein und flogen in Kreisen um sie herum, hämische Rufe und Beleidigungen ausstoßend.

»Wohin so eilig, Blechkopf? Was treibst du hier draußen, so ganz allein? Wer hat dir erlaubt, dich frei in unserem Land zu bewegen, du erbärmliche Kreatur?«

Die Akpa war stehen geblieben, hob die Hände und blinzelte die Männer aus großen, dunkelgrünen Augen an. »Ich wollte mir die Gräser ansehen, die die Menschen gepflanzt haben, seitdem es wieder genügend Wasser gibt, um …«

»Haltˋs Maul!«, brüllte der führende Ritter. Er schlug mit der Elektropeitsche nach ihrem Bein. Die Schnur zerfetzte den Stoff ihres grauen Overalls, und die elektrische Entladung brachte die Schaltkreise in ihrem Körper durcheinander. Sie verlor die Kontrolle über das künstliche Muskelsystem und stürzte auf die Knie. Ein zweiter Ritter riss lachend die Perücke von ihrem Kopf.

»Meinst du, die Haare machen dich zu einem Menschen, Schraubenschädel? Du bist ein Ding, sonst nichts!«

Die Androidin zitterte, was nicht allein an den Auswirkungen des Peitschenhiebs lag. Der Anführer wusste, dass die Maschinen durch Nava, ein Mitglied der berühmten Baku-Crew, gelernt hatten, von einem Chip Gebrauch zu machen, den ihr Schöpfer heimlich in sie eingepflanzt hatte, damit sie Gefühle nachempfinden und ein Bewusstsein entwickeln konnten. Eine ungeheuerliche Tat, die bestraft werden musste.

»Du weißt, wer wir sind und was wir mit deiner Sorte anstellen?«, fragte er grollend.

»Bitte, nein!«, sagte die Akpa in einem flehentlichen Ton. »Ich möchte nicht vernichtet werden.«

»Was du möchtest, ist uns egal.« Der Wortführer nickte einem dickbäuchigen Kumpanen an seiner Seite zu. Eine doppelläufige Laserpistole glitzerte in dessen Faust. Gnadenlos zielte er auf den kahlen Kopf der Androidin.

*

Zur gleichen Zeit waren Aki Baku und Tara Lautan in ihrem schwebenden Düsengleiter auf dem Weg nach Dazia. Graf Kaleb Sorro, der Vater ihres Freundes Ty Sorro, hatte sie eingeladen. Das Paar saß auf der Rückbank des selbststeuernden Fahrzeugs, das von einem Miniatur-Fusionsreaktor angetrieben wurde und mit allem erdenklichen Luxus ausgestattet war. Die gepolsterten Sitze erinnerten an Holo-Kinosessel, eine Belüftungsanlage pumpte aromatisierte Luft in die Kabine, und zwischen den Vordersitzen befand sich eine gekühlte Bordbar. Aus den Deckenlautsprechern drang die sanfte Baritonstimme des Sängers Blu Atran. Flieg mit mir zum Mond, lass uns spazieren gehen zwischen den Sternen.

Tara hatte den Kopf auf Akis Schulter gebettet, die Augen geschlossen und summte die Melodie mit.

Aki lächelte, doch ein Schatten der Sorge huschte über sein dunkelhäutiges, attraktives Gesicht.

»Wir hätten Kiri mitnehmen sollen«, meinte er. »Der Kleine ist ein Telepath und hätte Graf Sorros Gedanken lesen können. Dann hätte ich im Voraus gewusst, was er von mir will.«

»Was wird er schon wollen?«, murmelte Tara. »Wir sind die Ehrengäste der Feier, die er für Ty und Nava gibt. Mehr nicht. Er freut sich eben, dass sein Sohn nicht länger ein Herumtreiber und Wasserschmuggler ist und endlich eine Frau gefunden hat, die einen anständigen Mann aus ihm macht.«

»Ich bezweifle, dass Graf Sorro in Nava eine Frau sieht. Tys Mutter hat vielleicht keine Vorurteile gegen sie. Aber der alte Kaleb? Noch vor ein paar Sonnenjahren hat er verlangt, dass die Produktion der Androiden begrenzt werden soll, damit der Fortbestand der Menschheit nicht gefährdet wird. Schwachsinn!«

»Reg dich nicht auf. Genieß lieber den Abend.« Tara schmiegte ihre blonde Mähne an Akis Pflanzenlederjacke. »Ich findˋs schön, dass wir mal wieder alleine ausgehen. Ist doch nett von meinen Eltern, heute Abend auf Kiri aufzupassen. Im Haus der Sorros hätte der Schlingel nur wieder Unsinn angestellt.«

Aki erinnerte sich daran, wie sie den bepelzten Winzling bei ihrer ersten Weltraumreise auf einem abgelegenen Planetoiden entdeckt hatten. Er sah aus wie ein kleines, harmloses Tierchen, gehörte aber zum Volk der Skia, Jahrtausende alte Geistwesen, die in manchen Kulturen unter dem Namen Dämonen bekannt waren. Von ihnen war Kiri verbannt worden, weil er mit seinen Fähigkeiten zu viel Unheil anrichtete. Aki und Tara hatten der Gemeinschaft der Skia versprechen müssen, Kiri in ihre Obhut zu nehmen und zu erziehen. Keine leichte Aufgabe. Zumal Aki mittlerweile als Assistent des angesehenen Professor Hiro arbeitete. Und Tara, Frachtpilotin der Vereinigten Allianzen, hatte auch alle Hände voll zu tun.

»Hast du schon das Neueste gehört?«, fragte sie. »Ty will eine Tabakplantage in Melos aufbauen. Am Ufer des Hannok. Der Kerl versteht doch gar nichts vom Tabakanbau.«

»Immerhin raucht er Zigarren.«

»Na und? Ich kann ein Holo-Phon bedienen, aber trotzdem weiß ich nicht, wie man eins baut. Da wir gerade davon sprechen. Wie gefällt dir mein neuer Schmuck?«

Sie schob den linken Ärmel ihres Hosenanzugs nach oben. Unter der Haut des Unterarms war ein hochmodernes Holo-Phon implantiert.

»Praktisch, oder? Man kann es nie wieder vergessen oder verlieren. Der Akku lädt sich automatisch durch die Zirkulation meines Blutkreislaufs auf. Eine kurze Vibration signalisiert einen Anruf, zwei Vibrationen eine Text- oder Sprachnachricht. Mit einer winzigen Berührung kann ich es aktivieren.« Taras blaue Augen strahlten. »Schau mal, wie die Knöpfe unter meiner...

Erscheint lt. Verlag 31.1.2022
Verlagsort Frankfurt am Main
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Aliens • climate fiction • climate science fiction • Edmond Hamilton • Erich von Däniken • Fremde Welten • Kampfstern Galactica • Klimakatastrophe • Raumpatrouille Orion • Raumschlachten • Science-fiction • Sci-fi • Space Opera • Superhelden
ISBN-10 3-948987-77-7 / 3948987777
ISBN-13 978-3-948987-77-0 / 9783948987770
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75