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Der Mitteleuropäische Reinigungskult - Bernhard Moshammer

Der Mitteleuropäische Reinigungskult

Buch | Hardcover
280 Seiten
2020
MILENA (Verlag)
978-3-903184-49-7 (ISBN)
CHF 29,90 inkl. MwSt
Julius Aschmann fühlt sich nach einer mystischen Erscheinung berufen und gründet eine Bewegung, den Mitteleuropäischen Reinigungskult. Die Kultur soll gerettet werden, das bunte Fest der Vielfalt endlich ein Ende haben. Doch Aschmanns Rettungszug scheint über gut besuchte Esoterikmessen und Gasthaushinterzimmer nicht hinauszuführen – bis er auf die charismatische Julia Mantz trifft.
Anton Wagenbach, eben noch preisgekrönter Musikkritiker, trennt sich von seiner langjährigen Freundin und nimmt sich eine Auszeit in Brighton. Er ist von Aschmann fasziniert und will endlich ein Buch über ihn schreiben. Er nützt die Zeit der Recherche für eine Reise zu sich selbst.
Ein kluger und leidenschaftlicher Roman über Politik und die Freiheit der Kunst. Sehr lesenwert!
Julius Aschmann gründet nach einer mystischen Erscheinung den Mitteleuropäischen Reinigungskult und ist nun um seine eigene Erfolgsgeschichte bemüht. Sein dubioser Weg durch politischen und sektiererischen Staub und Lärm scheint über Esoterikmessen und
Gasthaushinterzimmer nicht hinauszuführen - bis er auf die charismatische Julia Mantz trifft, mit der er eine unheilvolle Beziehung eingeht.
Hans Tellar, Performancekünstler und Freund Wagenbachs, wird nach einem Auftritt in einem Linzer Nazischuppen von allen Seiten geächtet und landet schließlich im Gefängnis.

Ein sprachgewaltiger, kluger und leidenschaftlicher Roman, angesiedelt mitten im freien Spiel der Kräfte unserer Zeit, die er beleuchtet, durchmisst und durcheinanderwürfelt, weil man nur kraft Selbstkritik der Wirklichkeit näherkommen kann. Moshammers Figur des Wagenbach überzeugt mit seiner Selbstkritik, bricht Schubladen auf, schaut genau hin und denkt quer. Ein wichtiges Buch.

Geb. 1968 in St. Pölten, schreibt Romane und Musik für Theaterstücke (u. a. „Hotel Strindberg“, 2018 sowie „John Gabriel Borkman“, 2015, Regie: Simon Stone, oder „Die Stühle“, Regie: Claus Peymann/Leander Haußmann, 2019 Akademietheater Wien), einmal sang er im Wiener Burgtheater mit Patti Smith „I’m so lonesome I could cry“. Er produziert CDs. Der Mitteleuropäische Reinigungskult ist sein fünfter Roman, sein erster seit Alles über Mr. Davis (Milena, 2014). Bernhard Moshammer lebt in Wien.

»›Wir glauben an die Verantwortlichkeit des Individuums. Wir glauben an die Kraft der Reinigung. Wir haben uns die Konfrontation nicht ausgesucht, aber wir scheuen sie auch nicht. Wir wehren uns. Wir wehren uns gegen die allgemeine Nivellierung, gegen das Ausradieren der Unterschiede. Wir wehren uns gegen das Verschwinden der von unseren Ahnen hart erarbeiteten und erkämpften Mittelschicht, gegen die Zurückstellung und Auslöschung unserer Kultur. Wir sind nicht dumm. Wir wehren uns gegen das Verschwinden der von unseren Ahnen hart erarbeiteten und erkämpften Mittelschicht, gegen die Zurückstellung und Auslöschung unserer Kultur. Wir sind nicht dumm. Was wir denken, ist relevant. Wer nach Österreich kommt, soll Österreicher sehen, ihre Musik hören, ihre Gerichte auf dem Teller vorfinden. Wir denken offen, laut und stolz. Wir sind füreinander da.‹ Und so weiter.« »Aber das kennt man doch alles«, sagte Anne ein bisschen gelangweilt. »Wenn einer ein Volk kleinbürgerlicher, gebeugter Menschen aufrichtet, frisst es ihm aus der Hand.«

Erscheinungsdatum
Verlagsort Wien
Sprache deutsch
Maße 140 x 210 mm
Gewicht 400 g
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Geisteswissenschaften Sprach- / Literaturwissenschaft Literaturwissenschaft
Schlagworte Knausgard • Liebe • Rechtsradikalismus
ISBN-10 3-903184-49-7 / 3903184497
ISBN-13 978-3-903184-49-7 / 9783903184497
Zustand Neuware
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