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Vorwort "Was man weiß, sieht man." Dieses Buch ist in erster Linie praxisorientiert und keine Monographie über die Lyme-Krankheit (Lyme-Borreliose), in der mit lückenloser Literaturangabe (bisher fast 8000 Veröffentlichungen) und Auseinandersetzung mit jeder auf diesem Gebiet erschienenen Publikation vor allem in diesem Fachbereich arbeitende Wissenschaftler angesprochen werden sollen. Es ist vielmehr für die in Praxis und Klinik tätigen Ärzte aller Fachrichtungen, Tierärzte, Biologen, Studenten und Patienten gedacht, die ihre Kenntnisse über eines der faszinierendsten Kapitel der neueren Medizingeschichte vertiefen sowie Anregungen und Ratschläge für die tägliche Arbeit erhalten wollen. Den Anstoß zur Herausgabe verdanke ich zahlreichen Kolleginnen und Kollegen, die - konfrontiert mit langwierigen, unklaren Krankheitsfällen, welche sich letztlich als Lyme-Borreliose und der Behandlung zugänglich erwiesen - erstmals von der akuten Existenz dieses in maskierter Gestalt auftretenden, heimtückischen Leidens überzeugt werden konnten und sich eingehender darüber informieren wollten. Es wurde versucht, die verwirrende Vielfalt der Publikationen - meist in englischer Sprache - zu diesem Thema zu bündeln und häufig gestellte Fragen zu beantworten. Der tiermedizinische Aspekt konnte dabei aus drei Gründen nicht ausgeklammert werden: Einerseits besitzen viele Ärzte auch Tiere, die oft von Zecken befallen sind. Diese Kollegen möchten über die veterinärmedizinischen Risiken informiert sein. Zum anderen besteht aber auch - wie zahlreiche Anfragen beweisen - ein großes Interesse sowohl bei Tierärzten als auch bei Patienten an den humanmedizinischen Auswirkungen. Des Weiteren haben auch Tierärzte ein aktuelles Informationsbedürfnis über die Lyme-Borreliose bei Haustieren. Da die Lyme-Borreliose eine Anthropozoonose darstellt und die interdisziplinäre Information zwischen beiden Arztgruppen erfahrungsgemäß spärlich ist, sollen gemeinsame Fragen beantwortet werden. Für denjenigen, der sich mit dem noch unerschöpflichen Thema Lyme-Borreliose wissenschaftlich auseinandersetzen will, wird die Lektüre dieses Buches eine hilfreiche Einführung sein, die anhand der Literaturauswahl am Ende der Kapitel vertieft werden kann. Darüber hinaus hoffe ich, einen Beitrag zur Aufklärung über diese Krankheit zu leisten, die im Vergleich zur Lues bei uns viel häufiger vorkommt, aber unerkannt einen ähnlichen, chronischen Verlauf nehmen kann und deshalb in die differenzialdiagnostischen Erwägungen von Ärzten aller Fachrichtungen einbezogen werden muss. Als vertiefende Lektüre sei auf die englischsprachige Monographie von Weber, K., W. Burgdorfer (Hrsg.): Aspects of Lyme Borreliosis, Springer, 1992, verwiesen.
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